Letterpress Today – Buchdruck im 21. Jahrhundert

14./15. April 2018

2018 jährt sich der Todestag Johannes Gutenbergs zum 550. Mal. Sein Buchdruck mit beweglichen Bleilettern löste im 15. Jahrhundert eine weltweite Kulturrevolution aus und die Technik wurde nahezu unverändert über 500 Jahre lang angewandt. Computer und Offset-Druck verdrängten die Bleilettern jedoch im ausgehenden 20. Jahrhundert nahezu vollständig. Doch als besondere künstlerische Technik überlebt der Bleisatz weiterhin in kleineren Werkstätten. Wir beleuchten bei diesem Wochenende das kulturelle Erbe Johannes Gutenbergs und seine letzten Refugien. 

Samstag, 14. April 2018
10 UhrBegrüßung und Führung durch das Museum
11 Uhr
Marcus Bonszkowski/Tanja Huckenbeck:

»Da haben Sie aber ein schönes Hobby!«

Über den Hobbybetrieb sind Marcus Bonszkowski und Tanja Huckenbeck mit ihrer Druckwerkstatt höchst*schön längst hinaus. Sie berichten aus ihrem Arbeitsalltag mit Blei- und Holzlettern – wie sie Vermieter ratlos machen, wozu eine Mikrowelle dienen kann, was sie und ihre Kunden bei Bleisatz-Workshops erleben und warum sie Makulatur verkaufen könnten. Dazu zeigen sie reichlich Bildmaterial samt Bestseller ihrer Arbeiten und geben Tipps, wie man Menschen für Bleisatz interessieren kann.
12 UhrMittagspause (Selbstverpflegung)
14 Uhr
Marina Kampka:

»Was können (nur) Bleilettern? / Künstlerische Positionen«

Was kann der Buchdruck – was andere Schriftdruckverfahren nicht können? Warum entscheiden sich heute Künstler/innen für diese aufwendige und „traditionelle“ Technik? Marina Kampka begab sich auf eine kleine Forschungsreise, an deren Ende dieser Vortrag zum Walbaum-Wochenende steht. Marina Kampka forscht gerne künstlerisch an und mit typografischen Quellen und ist selbst im Herbst 2012 im Süden von London zum Bleisatz gekommen. Zur Zeit tätig als Künstlerin und Gestalterin, Dozentin und Stadtaktivistin.
15.00 Uhr
Daniel Klotz:

»Von analog zu digital zu analog«

Daniel Klotz – Letterpresser mit Leib und Seele mit eigener Werkstatt in Berlin – erläutert in seinem Vortrag anhand von aktuellen Projekten den Vorgang des ADA-Drucks, eine Verbindung aus klassischem Buch(hoch)druck und moderner digitaler Technik. Dabei zeigt er, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn alte Maschinen mit jungen Ideen gefüttert werden.
16.00 UhrKaffeepause
16.30 Uhr
Dr. Susanne Richter:

»Lebendiges Kulturerbe Drucktechnik im Museum«

Die Drucktechnik ist ein wichtiges kulturelles Erbe in Europa. In Zeiten der Digitalisierung steigt der Wunsch nach Authentizität und haptischen Erlebnissen. Druckmuseen haben dabei die Chance, Kunst und Industriekultur auf lebendige und direkte Weise erlebbar zu machen. Der Schlüssel dafür heißt Kooperation: Nur in der Vernetzung zwischen Museen, Werkstätten und Künstlern kann die Zukunft gelingen.
Dr. Susanne Richter ist die Direktorin des Museums für Druckkunst Leipzig.
anschließendAusklang des Tages mit Thüringer Rostbratwürsten und Fachgesprächen im Haus und Garten der Pavillon-Presse.

Sonntag, 15. April 2018
10 Uhr

Druck-Workshop – zurück zu den Wurzeln

Die Veranstaltungsteilnehmer entwerfen und setzen passend zum Gutenberg-Jahr Drucksachen in der klassischen Bleisatz-Technik, die anschließend an einer Handpresse im Haus gedruckt werden.

(Dauer: nach Bedarf, circa 4 Stunden)

Anmeldung

Die Veranstaltung wurde mittlerweile bestätigt. Restplätze sind weiterhin verfügbar.
Der Preis umfasst beide Tage.

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